Schlacht um Berlin

Schlacht um Berlin

Im April 1945 standen die russischen Armeen der Marschälle Konew und Schukow entlang der Oder und Neiße bereit zum letzten Sturm auf Berlin. Die Verteidiger der Stadt waren zahlenmäßig krass unterlegen und sehr schlecht ausgerüstet. Um die zweieinhalb Millionen kampferprobten und siegessicheren sowjetischen Soldaten aufzuhalten, hatte Hitler theoretisch eine Million Mann unter Waffen, doch viele davon waren für den Kampf an der Front wenig oder gänzlich ungeeignet.

Die sowjetische Offensive begann frühmorgens am 16. April. Bis zum 19. hatten die Russen alle drei Verteidigungsgürtel im Oder-Neiße-Bereich durchbrochen, eroberten die strategischen Seelower Höhen und nahmen die Ortschaft Müncheberg ein.

Am 20. April feierte Hitler in seinem Bunker unter der Reichskanzlei seinen 56. Geburtstag. Am Nachmittag kam er zum letzten Mal aus dem Bunker. Er inspizierte die Kindersoldaten der Hitlerjugend, wünschte ihnen bei der Verteidigung der Hauptstadt alles Gute und zog sich wieder in den Bunker zurück. Am gleichen Tag erreichten die Russen die Vororte Berlins und nahmen die Stadt massiv unter Beschuß. Bis zum nächsten Tag hatten Schukows Armeen den Autobahnring überquert und drangen in die nördlichen Vororte Berlins ein. Am gleichen Tag rückte Konew von Süden her in Berlin ein. Bis zum 26. April hatten die russischen Armeen die Stadt umkreist, und der Berliner Verteidigungsring, die letzte Verteidigungslinie, war fast auf ganzer Länge durchbrochen.

Im Stadtzentrum, das jetzt in Trümmern lag, wurde weiter um jede Straße und jedes Gebäude gekämpft. In den Kellern wartete die Zivilbevölkerung ängstlich auf das Ende.

Am 28. April setzte General Weidling, der Berliner Stadtkommandant, Hitler davon in Kenntnis, daß die Munitionsvorräte fast erschöpft und die Lebensmittel praktisch ausgegangen waren. Nun endlich sah Hitler ein, daß der Krieg verloren war, und beschloß, in Berlin zu sterben, aber Kapitulation kam nicht in Frage. Am 29. April heiratete er in einer kurzen Zeremonie in seinem unterirdischen Bunker Eva Braun, mit der er seit 14 Jahren zusammengelebt hatte.

Nur die feste Entschlossenheit der Verteidiger der Stadt hielt die Russen noch in Schach, doch am 30. begann der letzte Sturm. Am Nachmittag dieses Tages beging Hitler zusammen mit seiner Gattin Selbstmord. Am Nachmittag tobte der Kampf sogar im Reichstag.

In dem Gemetzel und der Anarchie, in der sich die Stadt befand, dauerte der Widerstand an. In Hitlers Bunker versuchten die verbliebenen Nazi-Größen, einen Waffenstillstand auszuhandeln, doch am 2. Mai nahm General Weidling die Sache selbst in die Hand und ordnete die allgemeine Kapitulation der Hauptstadt an. Über die Zahl der Gefallenen in der Schlacht um Berlin gibt es keine zuverlässigen Angaben. Groben Schätzungen zufolge starben 100.000 Soldaten auf beiden Seiten. Darüber hinaus gab es mindestens 100.000 Opfer unter der Zivilbevölkerung.