Galeazzo Ciano

Galeazzo Ciano

Graf Galeazzo Ciano, der sich schon früh zum italienischen Faschismus bekannte, sicherte sich den politischen Aufstieg in Italien, indem er 1930 Mussolinis Tochter Edda heiratete. Seit 1936 war Ciano Außenminister und trat in diesem Amt für festere Bande zwischen Deutschland und Italien ein. Im Mai 1939 unterzeichnete er den Pakt über die Achse Berlin-Rom, doch der deutsche Angriff auf Polen im September des gleichen Jahres erfolgte ohne vorherige Rücksprache mit Italien und war somit ein direkter Verstoß gegen die Bestimmungen des Vertrages.

Seit diesem Zeitpunkt stand Ciano Hitler argwöhnisch gegenüber und war spätestens 1942 überzeugt, daß es für Italien besser sei, aus dem Krieg auszuscheiden. Als Mitglied des faschistischen Großrates wirkte er bei der Entmachtung Mussolinis im August 1943 mit. Die nachfolgende Rettung des Duce durch deutsche Kommandos und seine Wiedereinsetzung ins Amt bedeuteten für Ciano das Ende. Er wurde 1944 erschossen.

Graf Galeazzo Ciano

Winston Churchill

Winston Churchill

Winston Spencer Churchill wurde am 10. Mai 1940 britischer Premierminister, in einer Zeit schwerer Prüfungen für sein Land, die Churchill selbst mit einem „Katarakt von Katastrophen“ verglich. Am Tag seiner Ernennung begann die deutsche Großoffensive im Westen. Innerhalb weniger Wochen waren Holland und Belgien überrannt, und die britische Expeditionsstreitmacht war zusammen mit den Überesten der französischen 7. Armee abgeschnitten und in einen kleinen Raum um die Hafenstadt Dünkirchen am Kanal zurückgedrängt.

Nur wenige glaubten, England könne den Krieg alleine fortsetzen. In seiner Ansprache vor dem Parlament am 4. Juni legte Churchill den Grundstein für die trotzige Haltung und die grimmige Entschlossenheit, die für England unter seiner Führung in den nächsten Kriegsjahren kennzeichnend sein sollte.

Seine Rede war kühn und ehrlich zugleich. Bei der Räumung Dünkirchens war das Gros des Kriegsgeräts der britischen Armee zurückgeblieben, von Kampfpanzern bis hin zu den Karabinern der Infanterie. Eine Invasion und Eroberung Englands war eine reale Gefahr.

Unter Churchills Führung widmeten sich die Briten der Verteidigung ihrer Heimat mit beispielloser Entschlossenheit. Trotz der Belagerung von See und aus der Luft blieb die Moral gut und es zweifelte niemand daran, daß England am Ende doch siegen würde.

Für sein Volk war Churchill mehr als nur ein Premier. Mit seinen Reden nährte er den festen Glauben daran, daß Recht und Gerechtigkeit auf britischer Seite stünden, und gab den Menschen während der Schlacht um England und der deutschen Luftangriffe auf die Städte Vertrauen und Zuversicht. Seine Auftritte hielten die Hoffnung aufrecht und den Kampfgeist wach. Ein deutscher General sagte über Churchill, er wiege für sein Land mindestens soviel wie 30 Divisionen.

Doch Churchill wandte sich mit seinen Reden auch an die übrige Welt und vor allem an Amerika. Die hohen Kosten des einsamen Kampfes trieben England immer schneller an den Rand des Ruins. Die Hilfe aus Amerika, die den Deutschen verwehrt blieb, floß nach rein kaufmännischen Grundsätzen nach England.

Im Frühjahr 1941 waren die britischen Goldreserven so gut wie aufgezehrt, und auch von den überseeischen Guthaben war kaum noch etwas übrig. Churchill wußte, daß sein Land nicht mehr viel zu geben hatte. In einer Rede an die Welt appellierte er im Februar ganz ohne Scham an das amerikanische Volk und bat um Unterstützung.

Im März verabschiedeten die Amerikaner ihr Leih- und Pachtprogramm, das es England ermöglichte, zur Kriegsfinanzierung Kredite aufzunehmen. Dieser Schritt markierte einen Wendepunkt in einem nicht unwesentlichen Aspekt und bedeutete einen großen persönlichen Sieg für Churchill. Langsam, aber unaufhaltsam, wendete sich die öffentliche Meinung in Amerika gegen die Achse.

Als Verteidigungs- und Premierminister trug Churchill für die Kriegführung die Gesamtverantwortung. Seine Energie und sein fester Wille ließen ihn Risiken eingehen, wegen der ihn andere Staatsmänner für leichtsinnig halten mochten. Die erfolglose Intervention in Griechenland im Jahr 1940 schwächte die Briten in Nordafrika in einer entscheidenden Phase des Wüstenkrieges, doch Churchill war stärker als anderen bewußt, welche politische und moralische Bedeutung es hatte, diesem Land in der Stunde der Not zur Hilfe zu kommen. Er wußte auch um die Bedeutung von Kampfgeist und Wagemut für den Ausgang von Kriegen und hatte begriffen, daß es um die Moral seiner Landsleute um so besser bestellt war, je stärker sie sich zur Wehr setzten. Churchill galt Tatenlosigkeit als größeres Versagen denn Niederlagen.

Nachdem Rußland und Amerika in den Krieg eintraten, war Churchills strategischer Spielraum durch das Handeln seiner beiden mächtigeren Verbündeten sehr eingeengt. Er schätzte Stalins militärische Macht, erkannte aber auch mit scharfem Blick die Gefahr, die von seinen Ambitionen ausging. Der unbefangenere Amerikaner Roosevelt sah die globalen Gefahren des russischen Expansionismus nicht und stellte sich oft auf Stalins Seite.

Die letzten Kriegsjahre standen im Zeichen des Übergewichts der Russen und Amerikaner. Sie waren es, die in erster Linie über die Strategie für die Eroberung Deutschlands entschieden. Churchill, der in dieser Phase eine geringere Rolle spielte, blieb aber für sein Volk und auch für die Menschen in vielen anderen Ländern ein Held und eine Symbolfigur für die Integrität und Gerechtigkeit der Sache der Alliierten.

Winston Churchill

Krieg in China

Krieg in China

Der Krieg in China begann 1931, als japanische Armeeeinheiten, die in der nordöstlichen Mandschurei stationiert waren, die Hauptstadt dieser Region besetzten und einen unerklärten Krieg gegen die Chinesen zu führen begannen. Als Reaktion auf die japanische Aggression in der Mandschurei forderte der Völkerbund die Japaner auf, ihre Truppen zurückzuziehen und das Gebiet an China zurückzugeben. Japan reagierte auf diese Forderungen mit dem Austritt aus dem Völkerbund. Anfang 1932 hatten die japanischen Streitkräfte die gesamte Mandschurei und einen Teil der Mongolei erobert.

Die Kämpfe dauerten das ganze Jahrzehnt über an. Schanghai wurde angegriffen, und 1937 standen die Japaner sogar 15 Kilometer vor Peking. Im August desselben Jahres brach der Krieg mit einer großangelegten japanischen Invasion vollends aus. Bis Dezember waren den Japanern Peking und Nanking in die Hände gefallen. Am Ende des folgenden Jahres kontrollierte Japan die gesamte chinesische Küste, die wichtigsten Städte und die meisten chinesischen Industriegebiete.

Was an organisierter Gegenwehr noch verblieben war, mußte ins östliche Hinterland zurückweichen. Chiang Kai-shek war zwar von den militärisch überlegenen Japanern gründlich geschlagen worden, weigerte sich aber, förmlich zu kapitulieren, und begann mit einem Widerstandskampf, der während des gesamten Krieges starke japanische Kräfte binden sollte.

Ab 1938 wurden die amerikanischen Hilfslieferungen für China ausgeweitet, was die bereits angespannten Beziehungen zwischen Japan und den USA noch weiter belastete. Als Japan Amerika im Dezember 1941 angriff, wurde China Kriegsalliierter der USA und erhielt noch mehr Hilfslieferungen als schon zuvor.

Ab 1941 verkam der Krieg in China zu einer Serie kleinerer Scharmützel um Territorium. Trotz aller Brutalität gelang es den Japanern nicht, China vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen. Die chinesischen Verbände lieferten den Japanern nur sporadisch Kämpfe und sparten lieber ihre Ressourcen, um sich gegenseitig zu bekriegen. Mit ihrem Wunsch, den Krieg gegen Japan in China zu führen, wurden die Amerikaner durch chinesische Winkelzüge und Intrigen immer wieder enttäuscht. Als der Krieg dem Ende zuging, bereiteten sich die Chinesen auf den in ihren Augen eigentlichen Krieg auf: den Bürgerkrieg.

Krieg in China

Kai-shek Chiang

Kai-shek Chiang

Der Tod Sun Yat-sens im März 1925 führte zum Aufstieg Chiang Kai-sheks in China. Nach einer Reihe blutiger innerer Auseinandersetzungen wurde Chiang Kai-shek 1928 de fakto chinesischer Alleinherrscher. Doch seine Position war nie völlig unangefochten. Während des gesamten Krieges mußte er einen großen Teil der amerikanischen Hilfe darauf verwenden, seine eigene Macht zu erhalten und die Kommunisten zu bekämpfen. Bei Kriegsende lebten die inneren Konflikte des Landes wieder auf, bis Chiang Kai-shek und seine Anhänger 1950 vom chinesischen Festland vertrieben wurden und auf die Insel Formosa flohen.

Kai-shek Chiang

Neville Chamberlain

Neville Chamberlain

1937 wurde Neville Chamberlain britischer Premierminister. Sein Wunsch nach Erhaltung des Friedens führte dazu, daß er sich auf eine Politik der Beschwichtigung gegenüber den europäischen Diktatoren und ihren territorialen Gelüsten einließ. Die Schwäche dieser Politik wurde noch dadurch verschlimmert, daß er es unterließ, strategische Bündnisse zu schließen, insbesondere mit der Sowjetunion, die zu jenem Zeitpunkt nur zu bereit dazu gewesen wäre. Chamberlains zauderliche Haltung und seine Schlichtungsversuche wurden von Hitler als moralische und politische Feigheit und Entschlossenheit zum Nichthandeln ausgelegt.

Hitlers zynische Mißachtung der mit Chamberlain getroffenen Vereinbarungen sollte dessen Position in Großbritannien untergraben. Als der Krieg ausbrach, war seine Autorität als Staatsmann und Führer seines Landes durch die völlige Wertlosigkeit der Zusicherungen, die er von Hitler erhalten hatte, irreparabel beschädigt.

Am 7. Mai 1940 trat Chamberlain zurück, und Winston Churchill wurde neuer britischer Premierminister. Chamberlain starb im November des gleichen Jahres. Die Demütigung durch Hitler und das Scheitern seiner ehrlichen Bemühungen um Frieden hatten einen gebrochenen Mann aus ihm gemacht.

Neville Chamberlain

Kaukasus Feldzug

Im Sommer 1942 hielt die Wehrmacht im Osten eine Frontlinie, die vom Asowschen Meer bis zur Arktis reichte. Die deutschen Soldaten waren für einen Winterfeldzug nicht ausgerüstet, und die im Dezember einsetzenden russischen Gegenangriffe forderten hohen Tribut. Im ersten Jahr des Rußlandfeldzuges verlor die Wehrmacht fast eine Million Mann.

Als die kalte Jahreszeit zu Ende war, ergriffen die Deutschen erneut die Initiative. Am 28. Juni starteten die deutschen Heeresverbände im südlichen Frontabschnitt eine Offensive in Richtung auf den Don und die Ölfelder des Kaukasus. Ihr Hauptziel war die Besetzung der Ölfelder und die Eroberung der Landbrücke zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Hitler bezeichnete dieses Gebiet als „Adamsapfel der Sowjetunion“ und glaubte, mit seiner Eroberung die sowjetischen Kriegsanstrengungen abwürgen zu können.

Der deutsche Angriff zeitigte sofort spektakuläre Erfolge. Am 7. Juli überschritt die Heeresgruppe B den Don und eroberte die Stadt Woronesch westlich von Stalingrad. Binnen eines Monats fiel die große Industriestadt Rostow an der Mündung des Dons in die Hände der Heeresgruppe A.

Auf Hunderten von Kilometern entlang der Front zogen sich die Russen in heillosem Durcheinander zurück. Für Hitler schien es so, als sei der russische Widerstand so gut wie gebrochen und als stünde der Weg durch den Kaukasus zu den Ölfeldern Südrußlands weit offen. In dem Glauben, der Kaukasus sei praktisch schon in deutscher Hand, verlegte Hitler wichtige Divisionen nach Norden und began mit der Planung der Eroberung Stalingrads und der Industriestädte des Donez-Beckens.

Die Heeresgruppe A sollte allein in Richtung Maikop, Baku und zum Kaspischen Meer vorrücken. Es war eine gewaltige Aufgabe. Das Land war schier endlos weit, menschenleer und beherrscht von dem gewaltigen Kaukasus-Massiv. Bis Mitte August hatten die Deutschen im Gebirge einen tiefen Keil in die Front getrieben und Maikop erobert, aber ein Durchbruch zum Kaspischen Meer war nicht gelungen.

Hoch in den Bergen blieb der Vormarsch in Scharmützeln um Positionen und strategische Höhen stecken. Als der Winter einbrach, litt der deutsche Vorstoß unter den immer längeren Verbindungswegen, dem fortgesetzten Abzug von Truppen und Material nach Stalingrad und allgemeinen Ermüdungserscheinungen. Als die Russen im Dezember zum Gegenangriff ansetzten, war die Heeresgruppe A über eine weite Strecke auseinandergezogen, bot viele Angriffspunkte und stand in großer Gefahr, abgeschnitten zu werden.

Am 1. Januar 1943 stimmte Hitler dem Rückzug aus dem Kaukasus zu und gab damit im Grunde die Hoffnung auf einen klaren Sieg im Osten auf.

Kaukasus Feldzug