Kategorie-Archiv: Persönlichkeiten

Generalleutnant Joe Collins

Generalleutnant Joe Collins

„Lightning“ Joe Collins war für sein wildes Draufgängertum bekannt, wenn es galt, dem Feind nachzusetzen. In der Normandie kommandierte er das amerikanische 7. Korps beim Ausbruch von dem Landungskopf und zeichnete sich bei Operationen in Cherbourg und St. Lo aus. Beim Vormarsch durch Deutschland erwies sich Collins als hervorragender Kommandeur, der mit seinen Truppen bei Remagen den Rhein überquerte und die Umkreisung des Ruhrgebiets leitete. Im April 1945 wurde er zum Generalleutnant befördert.

Generalleutnant Joe Collins

General Mark Clark

General Mark Clark

General Mark Clark, für den Churchill den Spitznamen „amerikanischer Adler“ geprägt hatte und der bei Eisenhower hohes Ansehen genoß, wurde zum Befehlshaber der amerikanischen 5. Armee bei der Invasion in Italien im September 1943 ernannt.

Während dieser Aktionen und als Oberbefehlshaber der späteren Operationen bei Monte Cassino und Anzio erwies sich Clarks militärische Kompetenz als der seiner Widersacher deutlich unterlegen. Doch trotz einer Kette von Rückschlägen im Kampfgeschehen sowie taktischer Fehleinschätzungen behielt Clark die Rückendeckung der alliierten Befehlshaber und übernahm für die Dauer des Krieges das Kommando über die Operationen der Alliierten in Italien.

General Mark Clark

Galeazzo Ciano

Galeazzo Ciano

Graf Galeazzo Ciano, der sich schon früh zum italienischen Faschismus bekannte, sicherte sich den politischen Aufstieg in Italien, indem er 1930 Mussolinis Tochter Edda heiratete. Seit 1936 war Ciano Außenminister und trat in diesem Amt für festere Bande zwischen Deutschland und Italien ein. Im Mai 1939 unterzeichnete er den Pakt über die Achse Berlin-Rom, doch der deutsche Angriff auf Polen im September des gleichen Jahres erfolgte ohne vorherige Rücksprache mit Italien und war somit ein direkter Verstoß gegen die Bestimmungen des Vertrages.

Seit diesem Zeitpunkt stand Ciano Hitler argwöhnisch gegenüber und war spätestens 1942 überzeugt, daß es für Italien besser sei, aus dem Krieg auszuscheiden. Als Mitglied des faschistischen Großrates wirkte er bei der Entmachtung Mussolinis im August 1943 mit. Die nachfolgende Rettung des Duce durch deutsche Kommandos und seine Wiedereinsetzung ins Amt bedeuteten für Ciano das Ende. Er wurde 1944 erschossen.

Graf Galeazzo Ciano

Winston Churchill

Winston Churchill

Winston Spencer Churchill wurde am 10. Mai 1940 britischer Premierminister, in einer Zeit schwerer Prüfungen für sein Land, die Churchill selbst mit einem „Katarakt von Katastrophen“ verglich. Am Tag seiner Ernennung begann die deutsche Großoffensive im Westen. Innerhalb weniger Wochen waren Holland und Belgien überrannt, und die britische Expeditionsstreitmacht war zusammen mit den Überesten der französischen 7. Armee abgeschnitten und in einen kleinen Raum um die Hafenstadt Dünkirchen am Kanal zurückgedrängt.

Nur wenige glaubten, England könne den Krieg alleine fortsetzen. In seiner Ansprache vor dem Parlament am 4. Juni legte Churchill den Grundstein für die trotzige Haltung und die grimmige Entschlossenheit, die für England unter seiner Führung in den nächsten Kriegsjahren kennzeichnend sein sollte.

Seine Rede war kühn und ehrlich zugleich. Bei der Räumung Dünkirchens war das Gros des Kriegsgeräts der britischen Armee zurückgeblieben, von Kampfpanzern bis hin zu den Karabinern der Infanterie. Eine Invasion und Eroberung Englands war eine reale Gefahr.

Unter Churchills Führung widmeten sich die Briten der Verteidigung ihrer Heimat mit beispielloser Entschlossenheit. Trotz der Belagerung von See und aus der Luft blieb die Moral gut und es zweifelte niemand daran, daß England am Ende doch siegen würde.

Für sein Volk war Churchill mehr als nur ein Premier. Mit seinen Reden nährte er den festen Glauben daran, daß Recht und Gerechtigkeit auf britischer Seite stünden, und gab den Menschen während der Schlacht um England und der deutschen Luftangriffe auf die Städte Vertrauen und Zuversicht. Seine Auftritte hielten die Hoffnung aufrecht und den Kampfgeist wach. Ein deutscher General sagte über Churchill, er wiege für sein Land mindestens soviel wie 30 Divisionen.

Doch Churchill wandte sich mit seinen Reden auch an die übrige Welt und vor allem an Amerika. Die hohen Kosten des einsamen Kampfes trieben England immer schneller an den Rand des Ruins. Die Hilfe aus Amerika, die den Deutschen verwehrt blieb, floß nach rein kaufmännischen Grundsätzen nach England.

Im Frühjahr 1941 waren die britischen Goldreserven so gut wie aufgezehrt, und auch von den überseeischen Guthaben war kaum noch etwas übrig. Churchill wußte, daß sein Land nicht mehr viel zu geben hatte. In einer Rede an die Welt appellierte er im Februar ganz ohne Scham an das amerikanische Volk und bat um Unterstützung.

Im März verabschiedeten die Amerikaner ihr Leih- und Pachtprogramm, das es England ermöglichte, zur Kriegsfinanzierung Kredite aufzunehmen. Dieser Schritt markierte einen Wendepunkt in einem nicht unwesentlichen Aspekt und bedeutete einen großen persönlichen Sieg für Churchill. Langsam, aber unaufhaltsam, wendete sich die öffentliche Meinung in Amerika gegen die Achse.

Als Verteidigungs- und Premierminister trug Churchill für die Kriegführung die Gesamtverantwortung. Seine Energie und sein fester Wille ließen ihn Risiken eingehen, wegen der ihn andere Staatsmänner für leichtsinnig halten mochten. Die erfolglose Intervention in Griechenland im Jahr 1940 schwächte die Briten in Nordafrika in einer entscheidenden Phase des Wüstenkrieges, doch Churchill war stärker als anderen bewußt, welche politische und moralische Bedeutung es hatte, diesem Land in der Stunde der Not zur Hilfe zu kommen. Er wußte auch um die Bedeutung von Kampfgeist und Wagemut für den Ausgang von Kriegen und hatte begriffen, daß es um die Moral seiner Landsleute um so besser bestellt war, je stärker sie sich zur Wehr setzten. Churchill galt Tatenlosigkeit als größeres Versagen denn Niederlagen.

Nachdem Rußland und Amerika in den Krieg eintraten, war Churchills strategischer Spielraum durch das Handeln seiner beiden mächtigeren Verbündeten sehr eingeengt. Er schätzte Stalins militärische Macht, erkannte aber auch mit scharfem Blick die Gefahr, die von seinen Ambitionen ausging. Der unbefangenere Amerikaner Roosevelt sah die globalen Gefahren des russischen Expansionismus nicht und stellte sich oft auf Stalins Seite.

Die letzten Kriegsjahre standen im Zeichen des Übergewichts der Russen und Amerikaner. Sie waren es, die in erster Linie über die Strategie für die Eroberung Deutschlands entschieden. Churchill, der in dieser Phase eine geringere Rolle spielte, blieb aber für sein Volk und auch für die Menschen in vielen anderen Ländern ein Held und eine Symbolfigur für die Integrität und Gerechtigkeit der Sache der Alliierten.

Winston Churchill

Kai-shek Chiang

Kai-shek Chiang

Der Tod Sun Yat-sens im März 1925 führte zum Aufstieg Chiang Kai-sheks in China. Nach einer Reihe blutiger innerer Auseinandersetzungen wurde Chiang Kai-shek 1928 de fakto chinesischer Alleinherrscher. Doch seine Position war nie völlig unangefochten. Während des gesamten Krieges mußte er einen großen Teil der amerikanischen Hilfe darauf verwenden, seine eigene Macht zu erhalten und die Kommunisten zu bekämpfen. Bei Kriegsende lebten die inneren Konflikte des Landes wieder auf, bis Chiang Kai-shek und seine Anhänger 1950 vom chinesischen Festland vertrieben wurden und auf die Insel Formosa flohen.

Kai-shek Chiang

Neville Chamberlain

Neville Chamberlain

1937 wurde Neville Chamberlain britischer Premierminister. Sein Wunsch nach Erhaltung des Friedens führte dazu, daß er sich auf eine Politik der Beschwichtigung gegenüber den europäischen Diktatoren und ihren territorialen Gelüsten einließ. Die Schwäche dieser Politik wurde noch dadurch verschlimmert, daß er es unterließ, strategische Bündnisse zu schließen, insbesondere mit der Sowjetunion, die zu jenem Zeitpunkt nur zu bereit dazu gewesen wäre. Chamberlains zauderliche Haltung und seine Schlichtungsversuche wurden von Hitler als moralische und politische Feigheit und Entschlossenheit zum Nichthandeln ausgelegt.

Hitlers zynische Mißachtung der mit Chamberlain getroffenen Vereinbarungen sollte dessen Position in Großbritannien untergraben. Als der Krieg ausbrach, war seine Autorität als Staatsmann und Führer seines Landes durch die völlige Wertlosigkeit der Zusicherungen, die er von Hitler erhalten hatte, irreparabel beschädigt.

Am 7. Mai 1940 trat Chamberlain zurück, und Winston Churchill wurde neuer britischer Premierminister. Chamberlain starb im November des gleichen Jahres. Die Demütigung durch Hitler und das Scheitern seiner ehrlichen Bemühungen um Frieden hatten einen gebrochenen Mann aus ihm gemacht.

Neville Chamberlain