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Luftkrieg gegen Englands Städte

Luftkrieg gegen Englands Städte

Die systematische Bombardierung britischer Städte begann mit massiven Luftangriffen auf London in der Nacht zum 8. September 1940. Tausende von Häusern wurden in jener Nacht zerstört und über 450 Personen getötet. Für die Einwohner Londons war diese Nacht die erste von 57 aufeinanderfolgenden Nächten, in denen die Bomben fielen. Auch andere Städte waren betroffen. Nur wenige größere Städte kamen ungeschoren davon. Ende September waren 7.000 Zivilisten ums Leben gekommen, die meisten davon, aber längst nicht alle, in London.

In der Nacht zum 15. November warfen drei Bomberflotten Hunderte von Tonnen schwerer Bomben und Brandbomben auf das wichtige Rüstungszentrum Coventry. Der Angriff verursachte gewaltige Schäden. Hunderte von Fabriken, Werkstätten und Büros wurden zerstört oder stark beschädigt. Im Stadtzentrum standen nur noch Ruinen.

Die in Coventry angerichteten Schäden unterschieden sich im Grunde nicht sehr von denen in anderen britischen Städten, doch die Zielgenauigkeit und Intensität der Bombardierung löste in England einen Schock aus. Die Zerstörung der Kathedrale von Coventry und die Massenbeisetzungen der Bombenopfer wurden zu Symbolen für den Schrecken der deutschen Luftangriffe.

Mit den Bombern kam der totale Krieg zum erstenmal nach England. Die Zivilbevölkerung stand plötzlich im Mittelpunkt des Kriegsgeschehens. In den ersten 20 Kriegsmonaten kamen mehr Zivilisten in der Heimat als britische Soldaten in der Schlacht ums Leben. Doch militärisch hatten die deutschen Luftangriffe keine große Wirkung. Trotz aller Engpässe und Härten blieb die Moral der Briten ausgezeichnet. Kinder wurden aus den wichtigsten Städten evakuiert, und man baute Luftschutzbunker. Aufopferungsvoll arbeiteten die Menschen härter, lernten zu improvisieren und mit dem auszukommen, was da war. Die Produktion von Waffen und Kriegsmaterial wurde ausgeweitet.

Wenngleich britische Städte fast bis zum Ende des Krieges immer wieder bombardiert wurden, brachte doch das Frühjahr 1941 ein Ende der Intensität der deutschen Bombenangriffe. Der letzte Großangriff des Jahres 1941 geschah am 10. Mai. Dabei kamen 1.400 Einwohner Londons ums Leben, und über 5.000 Häuser wurden zerstört. Insgesamt fielen den deutschen Luftangriffen 40.000 Menschen zum Opfer; die Zahl der zerstörten Häuser beläuft sich auf rund zwei Millionen.

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