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Kaukasus Feldzug

Im Sommer 1942 hielt die Wehrmacht im Osten eine Frontlinie, die vom Asowschen Meer bis zur Arktis reichte. Die deutschen Soldaten waren für einen Winterfeldzug nicht ausgerüstet, und die im Dezember einsetzenden russischen Gegenangriffe forderten hohen Tribut. Im ersten Jahr des Rußlandfeldzuges verlor die Wehrmacht fast eine Million Mann.

Als die kalte Jahreszeit zu Ende war, ergriffen die Deutschen erneut die Initiative. Am 28. Juni starteten die deutschen Heeresverbände im südlichen Frontabschnitt eine Offensive in Richtung auf den Don und die Ölfelder des Kaukasus. Ihr Hauptziel war die Besetzung der Ölfelder und die Eroberung der Landbrücke zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Hitler bezeichnete dieses Gebiet als „Adamsapfel der Sowjetunion“ und glaubte, mit seiner Eroberung die sowjetischen Kriegsanstrengungen abwürgen zu können.

Der deutsche Angriff zeitigte sofort spektakuläre Erfolge. Am 7. Juli überschritt die Heeresgruppe B den Don und eroberte die Stadt Woronesch westlich von Stalingrad. Binnen eines Monats fiel die große Industriestadt Rostow an der Mündung des Dons in die Hände der Heeresgruppe A.

Auf Hunderten von Kilometern entlang der Front zogen sich die Russen in heillosem Durcheinander zurück. Für Hitler schien es so, als sei der russische Widerstand so gut wie gebrochen und als stünde der Weg durch den Kaukasus zu den Ölfeldern Südrußlands weit offen. In dem Glauben, der Kaukasus sei praktisch schon in deutscher Hand, verlegte Hitler wichtige Divisionen nach Norden und began mit der Planung der Eroberung Stalingrads und der Industriestädte des Donez-Beckens.

Die Heeresgruppe A sollte allein in Richtung Maikop, Baku und zum Kaspischen Meer vorrücken. Es war eine gewaltige Aufgabe. Das Land war schier endlos weit, menschenleer und beherrscht von dem gewaltigen Kaukasus-Massiv. Bis Mitte August hatten die Deutschen im Gebirge einen tiefen Keil in die Front getrieben und Maikop erobert, aber ein Durchbruch zum Kaspischen Meer war nicht gelungen.

Hoch in den Bergen blieb der Vormarsch in Scharmützeln um Positionen und strategische Höhen stecken. Als der Winter einbrach, litt der deutsche Vorstoß unter den immer längeren Verbindungswegen, dem fortgesetzten Abzug von Truppen und Material nach Stalingrad und allgemeinen Ermüdungserscheinungen. Als die Russen im Dezember zum Gegenangriff ansetzten, war die Heeresgruppe A über eine weite Strecke auseinandergezogen, bot viele Angriffspunkte und stand in großer Gefahr, abgeschnitten zu werden.

Am 1. Januar 1943 stimmte Hitler dem Rückzug aus dem Kaukasus zu und gab damit im Grunde die Hoffnung auf einen klaren Sieg im Osten auf.

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