Kategorie-Archiv: Arktiskonvois

Arktiskonvois

Arktiskonvois

Durch Hitlers Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 erhielt England seinen ersten wichtigen Alliierten in dem Krieg, doch die anfangs spektakulären Erfolge der Wehrmacht, die Gefangennahme von Millionen russischer Soldaten und die Beschlagnahme oder Vernichtung riesiger Mengen sowjetischen Kriegsmaterials gefährdeten die Aussicht auf ein dauerhaftes Bündnis. Um den Russen zur Hilfe zu kommen und Stalin der britischen Unterstützung zu versichern, wurden Konvois mit wichtigen Gütern und Kriegsgerät zu den russischen Arktishäfen Archangelsk und Murmansk entsandt.

Auf dem Weg nach Norden zwischen Packeis und der von Deutschland besetzten norwegischen Küste waren die Geleitzüge immer häufiger Angriffen der deutschen Marine und Luftwaffe ausgesetzt.

Im Frühjahr 1942, als die Tage wieder länger wurden, nahm auch die Gefahr für die Konvois zu, doch das Wetter blieb stürmisch und unvorhersehbar, und die Fluten waren so kalt, daß ein Schiffbrüchiger in Sekunden darin den Tod fand. Im Laufe des Jahres wurden 60 Schiffe in arktischen Gewässern versenkt. Die schlimmste Katastrophe ereilte den Geleitzug mit der Bezeichnung P.Q. 17.

Auf seinem Weg nach Norden war P.Q. 17 paradoxerweise einer der am besten geschützten Arktiskonvois. Doch die Admiralität, die annahm, ein Angriff durch einen starken deutschen Verband unter Führung des Schlachtschiffs Tirpitz stehe kurz bevor, befahl den Schiffen, sich über ein großes Gebiet zu verteilen. Derart verstreut und schutzlos, waren die Handelsschiffe leichte Beute für deutsche U-Boote und Bomber. Von 35 Frachtern des ursprünglichen Konvois sollten nur 14 ihr Ziel erreichen.

Das tragische Schicksal von P.Q. 17 hatte zur Folge, daß die Geleitzüge künftig stärker und besser geschützt wurden. Ab 1944 war es um ihre Sicherheit dank der deutlich gewachsenen alliierten Seemacht wesentlich besser bestellt, und die Verluste waren viel geringer.

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