Kategorie-Archiv: Alliierten

Konferenzen der Alliierten

Konferenzen der Alliierten

Das erste wichtige Treffen zwischen Roosevelt und Churchill fand im August 1941 an Bord eines Schiffs in der Placenta Bay vor Neufundland statt. Dabei verkündeten die beiden Staatsmänner die Atlantik-Charta, eine Grundsatzerklärung über die territoriale Integrität kleinerer Staaten und das Recht auf Freiheit und Demokratie. Inoffiziell wurde für den Fall, daß Amerika in den Krieg hineingezogen werden sollte, vereinbart, der Niederringung Deutschlands als Hauptmacht im Achsenbündnis Priorität zu geben.

Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour im Dezember 1941 wurden diese Vereinbarungen zur Grundlage der Strategie der Alliierten und führten im November 1942 zur Invasion in Nordafrika. Im marokkanischen Casablanca einigten sich die beiden Staatsmänner im Januar 1943 auf die Invasion in Sizilien im gleichen Jahr sowie darauf, Vorbereitungen für ein Landungsunternehmen in Frankreich im Frühjahr 1944 zu treffen.

Bei ihrem Treffen in der persischen Hauptstadt Teheran im November 1943 saßen Churchill, Roosevelt und Stalin erstmals zu dritt an einem Tisch. Obwohl offiziell mit England verbündet, gab sich Stalin alle Mühe, Churchill zu isolieren, indem er Roosevelt als seinen persönlichen Gast in der russischen Botschaft einquartierte.

Die Sorge der Russen vor einer Einmischung der Alliierten in Osteuropa hatte durch die Invasion in Italien und die italienische Kapitulation im September neue Nahrung erhalten. Auf der Teheraner Konferenz wurde diese Sorge von Roosevelt zerstreut, der sich auf Stalins Seite stellte und versicherte, die alliierte Hauptoffensive werde 1944 nicht von Süden her über Italien, sondern von Western über Frankreich erfolgen.

Zum letzten Mal trafen sich die drei Staatsmänner am 4. Februar 1945 in Jalta auf der Krim. Zu einem Zeitpunkt, als Deutschlands Niederlage kurz bevorstand, war Roosevelt entschlossen, die Sowjets dafür zu gewinnen, in den Krieg gegen Japan einzutreten, dessen erfolgreicher Abschluß in Roosevelts Augen noch erhebliche militärische Anstrengungen erfordern würde. Als Gegenleistung wurden Rußland geheime territoriale Zugeständnisse im Osten gemacht, hauptsächlich zu Lasten Chinas.

Die Zukunft Osteuropas und vor allem Polens, wegen dessen Schicksal England und Frankreich ursprünglich den Krieg erklärt hatten, wurde ebenfalls beschlossen, doch durch die vollendete Tatsache der russischen Besetzung waren diese Diskussionen weitgehend sinnlos geworden.

Nach der deutschen Kapitulation wurde die letzte große Konferenz der Kriegsalliierten in Potsdam bei Berlin abgehalten. Churchill war von Clement Attlee abgelöst worden, Roosevelt von Truman. Im Mittelpunkt der Potsdamer Konferenz standen eine Reihe von Vereinbarungen mit Stalin, die sich aber als wenig präzise und in der Praxis nicht durchsetzbar erwiesen, was im Westen Mißtrauen und Desillusionierung hervorrief und zu jahrzehntelanger Gegnerschaft zwischen Ost und West führen sollte.

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