Deutsche Invasion auf Kreta

Deutsche Invasion auf Kreta

Angespornt durch die Erfolge auf dem Balkan, unternahmen die Deutschen eine Luftinvasion auf Kreta, der strategisch wichtigen griechischen Insel, die seit kurzer Zeit eine britische Garnison beherbergte.

Die ersten Wellen von Fallschirmjägern landeten am 20. Mai 1941 im Norden der Insel. Unmittelbares Ziel war die Einnahme geeigneter Flugplätze, die für die Landung von Verstärkungen und Nachschub dringend gebraucht wurden. Am ersten Tag des Unternehmens gab es heftige Kämpfe und hohe Verluste, doch am Morgen des 21. war ein Flugplatz im Nordwesten Kretas in deutscher Hand. Mit frischen Truppen und Ausrüstungen konnten die Deutschen ihren Vormarsch durch die Insel von West nach Ost beginnen.

Die Eroberung des Flugplatzes war ein entscheidender Moment in der Schlacht um Kreta. Am zweiten Tag wurden 1.000 neue Soldaten eingeflogen. Am dritten Tag 2.000 weitere. Am Ende der ersten Woche dieses Unternehmens, das als erste luftgestützte Invasion in die Geschichte eingehen sollte, waren über 20.000 Mann samt Kriegsgerät und Proviant auf der Insel gelandet.

Die Deutschen rückten an mehreren Fronten gleichzeitig vor und drängten die Briten durch die Berge zurück. Einheiten, die nicht im Norden abgeschnitten waren, flohen nach Süden zur Hafenstadt Sfakia und begannen, sich nach Ägypten einzuschiffen. Während der Schlacht um Kreta und der anschließenden Räumung erlitt die britische Marine schwere Verluste durch Luftangriffe. Neun Kriegsschiffe wurden versenkt, viele weitere schwer beschädigt, und trotz der Evakuierung von fast 17.000 Mann blieben noch etwa 12.000 zurück und kamen in Gefangenschaft.

Die Deutschen sollten bis Kriegsende auf Kreta bleiben. 1944 wurde die dortige Garnison während des deutschen Abzugs aus Griechenland und vom Balkan abgeschnitten und nahm am Geschehen der letzten Kriegsmonate nicht mehr teil. Die Kapitulation erfolgte erst bei Kriegsende.

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