Krieg in China

Krieg in China

Der Krieg in China begann 1931, als japanische Armeeeinheiten, die in der nordöstlichen Mandschurei stationiert waren, die Hauptstadt dieser Region besetzten und einen unerklärten Krieg gegen die Chinesen zu führen begannen. Als Reaktion auf die japanische Aggression in der Mandschurei forderte der Völkerbund die Japaner auf, ihre Truppen zurückzuziehen und das Gebiet an China zurückzugeben. Japan reagierte auf diese Forderungen mit dem Austritt aus dem Völkerbund. Anfang 1932 hatten die japanischen Streitkräfte die gesamte Mandschurei und einen Teil der Mongolei erobert.

Die Kämpfe dauerten das ganze Jahrzehnt über an. Schanghai wurde angegriffen, und 1937 standen die Japaner sogar 15 Kilometer vor Peking. Im August desselben Jahres brach der Krieg mit einer großangelegten japanischen Invasion vollends aus. Bis Dezember waren den Japanern Peking und Nanking in die Hände gefallen. Am Ende des folgenden Jahres kontrollierte Japan die gesamte chinesische Küste, die wichtigsten Städte und die meisten chinesischen Industriegebiete.

Was an organisierter Gegenwehr noch verblieben war, mußte ins östliche Hinterland zurückweichen. Chiang Kai-shek war zwar von den militärisch überlegenen Japanern gründlich geschlagen worden, weigerte sich aber, förmlich zu kapitulieren, und begann mit einem Widerstandskampf, der während des gesamten Krieges starke japanische Kräfte binden sollte.

Ab 1938 wurden die amerikanischen Hilfslieferungen für China ausgeweitet, was die bereits angespannten Beziehungen zwischen Japan und den USA noch weiter belastete. Als Japan Amerika im Dezember 1941 angriff, wurde China Kriegsalliierter der USA und erhielt noch mehr Hilfslieferungen als schon zuvor.

Ab 1941 verkam der Krieg in China zu einer Serie kleinerer Scharmützel um Territorium. Trotz aller Brutalität gelang es den Japanern nicht, China vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen. Die chinesischen Verbände lieferten den Japanern nur sporadisch Kämpfe und sparten lieber ihre Ressourcen, um sich gegenseitig zu bekriegen. Mit ihrem Wunsch, den Krieg gegen Japan in China zu führen, wurden die Amerikaner durch chinesische Winkelzüge und Intrigen immer wieder enttäuscht. Als der Krieg dem Ende zuging, bereiteten sich die Chinesen auf den in ihren Augen eigentlichen Krieg auf: den Bürgerkrieg.

Krieg in China

Kai-shek Chiang

Kai-shek Chiang

Der Tod Sun Yat-sens im März 1925 führte zum Aufstieg Chiang Kai-sheks in China. Nach einer Reihe blutiger innerer Auseinandersetzungen wurde Chiang Kai-shek 1928 de fakto chinesischer Alleinherrscher. Doch seine Position war nie völlig unangefochten. Während des gesamten Krieges mußte er einen großen Teil der amerikanischen Hilfe darauf verwenden, seine eigene Macht zu erhalten und die Kommunisten zu bekämpfen. Bei Kriegsende lebten die inneren Konflikte des Landes wieder auf, bis Chiang Kai-shek und seine Anhänger 1950 vom chinesischen Festland vertrieben wurden und auf die Insel Formosa flohen.

Kai-shek Chiang

Neville Chamberlain

Neville Chamberlain

1937 wurde Neville Chamberlain britischer Premierminister. Sein Wunsch nach Erhaltung des Friedens führte dazu, daß er sich auf eine Politik der Beschwichtigung gegenüber den europäischen Diktatoren und ihren territorialen Gelüsten einließ. Die Schwäche dieser Politik wurde noch dadurch verschlimmert, daß er es unterließ, strategische Bündnisse zu schließen, insbesondere mit der Sowjetunion, die zu jenem Zeitpunkt nur zu bereit dazu gewesen wäre. Chamberlains zauderliche Haltung und seine Schlichtungsversuche wurden von Hitler als moralische und politische Feigheit und Entschlossenheit zum Nichthandeln ausgelegt.

Hitlers zynische Mißachtung der mit Chamberlain getroffenen Vereinbarungen sollte dessen Position in Großbritannien untergraben. Als der Krieg ausbrach, war seine Autorität als Staatsmann und Führer seines Landes durch die völlige Wertlosigkeit der Zusicherungen, die er von Hitler erhalten hatte, irreparabel beschädigt.

Am 7. Mai 1940 trat Chamberlain zurück, und Winston Churchill wurde neuer britischer Premierminister. Chamberlain starb im November des gleichen Jahres. Die Demütigung durch Hitler und das Scheitern seiner ehrlichen Bemühungen um Frieden hatten einen gebrochenen Mann aus ihm gemacht.

Neville Chamberlain

Kaukasus Feldzug

Im Sommer 1942 hielt die Wehrmacht im Osten eine Frontlinie, die vom Asowschen Meer bis zur Arktis reichte. Die deutschen Soldaten waren für einen Winterfeldzug nicht ausgerüstet, und die im Dezember einsetzenden russischen Gegenangriffe forderten hohen Tribut. Im ersten Jahr des Rußlandfeldzuges verlor die Wehrmacht fast eine Million Mann.

Als die kalte Jahreszeit zu Ende war, ergriffen die Deutschen erneut die Initiative. Am 28. Juni starteten die deutschen Heeresverbände im südlichen Frontabschnitt eine Offensive in Richtung auf den Don und die Ölfelder des Kaukasus. Ihr Hauptziel war die Besetzung der Ölfelder und die Eroberung der Landbrücke zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Hitler bezeichnete dieses Gebiet als „Adamsapfel der Sowjetunion“ und glaubte, mit seiner Eroberung die sowjetischen Kriegsanstrengungen abwürgen zu können.

Der deutsche Angriff zeitigte sofort spektakuläre Erfolge. Am 7. Juli überschritt die Heeresgruppe B den Don und eroberte die Stadt Woronesch westlich von Stalingrad. Binnen eines Monats fiel die große Industriestadt Rostow an der Mündung des Dons in die Hände der Heeresgruppe A.

Auf Hunderten von Kilometern entlang der Front zogen sich die Russen in heillosem Durcheinander zurück. Für Hitler schien es so, als sei der russische Widerstand so gut wie gebrochen und als stünde der Weg durch den Kaukasus zu den Ölfeldern Südrußlands weit offen. In dem Glauben, der Kaukasus sei praktisch schon in deutscher Hand, verlegte Hitler wichtige Divisionen nach Norden und began mit der Planung der Eroberung Stalingrads und der Industriestädte des Donez-Beckens.

Die Heeresgruppe A sollte allein in Richtung Maikop, Baku und zum Kaspischen Meer vorrücken. Es war eine gewaltige Aufgabe. Das Land war schier endlos weit, menschenleer und beherrscht von dem gewaltigen Kaukasus-Massiv. Bis Mitte August hatten die Deutschen im Gebirge einen tiefen Keil in die Front getrieben und Maikop erobert, aber ein Durchbruch zum Kaspischen Meer war nicht gelungen.

Hoch in den Bergen blieb der Vormarsch in Scharmützeln um Positionen und strategische Höhen stecken. Als der Winter einbrach, litt der deutsche Vorstoß unter den immer längeren Verbindungswegen, dem fortgesetzten Abzug von Truppen und Material nach Stalingrad und allgemeinen Ermüdungserscheinungen. Als die Russen im Dezember zum Gegenangriff ansetzten, war die Heeresgruppe A über eine weite Strecke auseinandergezogen, bot viele Angriffspunkte und stand in großer Gefahr, abgeschnitten zu werden.

Am 1. Januar 1943 stimmte Hitler dem Rückzug aus dem Kaukasus zu und gab damit im Grunde die Hoffnung auf einen klaren Sieg im Osten auf.

Kaukasus Feldzug